"12 Jahre SP-Politik sind genug! Hitsch Brosi ist eine
Persönlichkeit, die eine offene Bildungs- und Kulturdiskussion
in seine Amtsführung einbeziehen will und auch externe
Fachpersonen wieder zu Worte kommen lassen wird."Dozent Pädagogische Hochschule GR
Kultur und Sprachen
Der Wert von Kultur für unsere Identität ist ebenso wenig zu unterschätzen wie für einen attraktiven Lebensraum, ja sogar für den Tourismusstandort. Kultur ist die Auseinandersetzung mit unserer Befindlichkeit. In ihr finden wir unsere Identität und Eigenart. Diese Auseinandersetzung muss immer wieder von Neuem geschehen. Sobald sie stehen bleibt, wird sie zur Folklore. Dann ist sie nur noch die vorgehängte alte Fassade eines neuen Gebäudes.
Mit dem kantonalen Kulturförderungsgesetz von 1997 wurde ein guter und auf den Kanton Graubünden angepasster Rahmen zur Förderung geschaffen. Die Zielsetzung, nicht nach dem Giesskannenprinzip überall ein bisschen nachzuhelfen, ermöglicht mit einem vertretbaren Mitteleinsatz klare Akzente zu setzen. Leider wurden die Förderungsmittel im Rahmen der Sparmassnahmen in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts auf ein Minimum gekürzt. Für einige grundsätzlich schon sehr knapp finanzierte Projekte bedeutete dies das Aus.
Kulturförderung im Kanton Graubünden muss das Zusammenspiel von Volkskultur und professionellem Kulturschaffen klar regeln. Beide Teile sind wichtig und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das ist für den Kanton Graubünden genau der richtige Ansatz.
Volkskultur sollte grundsätzlich selbsttragend sein, soll aber in Bereichen der Aus- und Weiterbildung und für besondere Projekte gefördert werden. Dazu müssen gewisse, wichtige Organisationsstrukturen unterstützt werden. Die Aufgabe des Kantons sehe ich darin, initiative Projekte zu fördern.
Professionelles Kulturschaffen braucht eine gewisse Unterstützung. Wettbewerbe und Stipendien können jungen Kulturschaffenden ermöglichen, sich zu entwickeln und die nötige Zeit und Konzentration auf ihre künstlerische Entwicklung zu verwenden. Der Kanton Graubünden ist ein kleiner und enger Kunstraum. Entsprechend sollen auch Möglichkeiten gefördert werden, sich in Kulturzentren zu bewegen, wo eine befruchtende und herausfordernde Atmosphäre herrscht.
Generell sind die Mittel zur Kulturförderung im Kanton Graubünden knapp. Es gibt keinen Bereich, in welchem mit einem gewissen Mehraufwand soviel ausgelöst werden könnte.
Und dabei ist nicht zu vergessen, dass kulturell interessante Orte immer auch Tourismusmagnete sind.
Im Spiegel des kulturellen Schaffen erkennen wir unsere Identität.
Kultur ist der Luxus, dass wir uns selbst sein dürfen. Das ist in einer zunehmend globalisierten Welt nicht mehr selbstverständlich. Umso wichtiger wird das Kulturschaf-fen.
Ein Volk ohne Kultur gibt zuerst seine Identität und dann sich selbst auf.
Kulturförderung muss an der Front geschehen. Mit dem Umbau der Stelle des Kulturbeauftragten in ein Kulturamt hat man genau das Gegenteil getan.







