"Ich wähle Hitsch Brosi, weil er durch seine berufliche
Tätigkeiten die Bündner Schule durch alle Stufen
bestens kennt und er seit Jahrzehnten eine professionelle Beziehung zur
Bündner Kultur, insbesondere auch zur Laienkultur aufgebaut
hat."Dozent Pädagogische Hochschule GR
Hände weg von bewährten Strukturen!
Die Baustelle wirkt chaotisch. Strukturveränderungen, gesellschaftliche Anforderungen, aktuelle Forderungen gehen kreuz und quer ineinander über. Mein Eindruck: Niemand hat wirklich noch den Überblick. Prioritäten wären gefragt, sind aber nicht vorhanden.
Es gibt dringende Anliegen, denen auch wir uns stellen müssen: In erster Linie sind dies die Einführung des Englischen und Tagesstrukturen. Das sind Forderungen mit hoher Priorität. Aber ist es wirklich sinnvoll, gleichzeitig noch das ganze Förderungssystem für Schülerinnen und Schüler mit Lernschwächen auf den Kopf zu stellen und anstelle des heute bewährten Modells mit Kleinklassen und integrierten Kleinklassen ein neues, integrierendes Modell aufzubauen? Nein – das hat keine Dringlichkeit! Zumal wir alle wissen, dass Strukturänderungen viel Aufwand, aber oft kaum Verbesserungen bringen. Warum also Baustellen eröffnen, die nicht notwendig sind, sondern einer idealisierten Vorstellung von Schule entspringen.
Das neue Schulgesetz legt in Art. 40 den Grundsatz der Integration fest und stützt sich auf Studien, die den besseren Erfolg belegen. Grundsätzlich finden sich in der Bildungsforschung zumeist auch Studien, die das Gegenteil belegen. Man kann sich dann gezielt bedienen. Das spricht nicht einfach gegen die Bildungsforschung. Entscheidend sind immer die konkreten Bedingungen der Versuche. Funktioniert ein System auch unter anderen Bedingungen, etwa in einer grossen Klasse mit über 25 Schülerinnen und Schüler, oder gar in einer Mehrklassenschule?
Der Erfahrung aus dem Unterricht zeigt, dass eine gewisse Integration verkraftbar ist und sich sogar positiv auswirken kann. Aber irgendwann wird die Integrationskraft überfordert und dann nimmt die Qualität des Unterrichtes rapide ab.
Vollends planlos steht die Förderung für Hochbegabte da. Ihre Förderung wird zwar auch erwähnt, allerdings ohne Konzept und selbstverständlich integrativ. Die heutigen, privaten Modelle arbeiten ganz anders. An der EMS beherbergen wir das Projekt Heureka. Da ist es wichtig, dass diese hochbegabten Schülerinnen und Schüler an gezielten Aufgaben und Projekten arbeiten, z.B. auch im Chemielabor etc. Frage: Wie integriert man das?
Das Modell der Integration erfordert einen enormen Aufwand zur Änderung der Strukturen. Konzentration auf das Wesentliche ist nötig und das Wesentliche sind Inhalte und nicht Strukturen!







